Wer sollte keine Hormonspirale anwenden?

Bei Vorliegen gewisser Beschwerden oder Grunderkrankungen ist die Hormonspirale möglicherweise nicht die 1. Wahl zur Verhütung. Bei der Entscheidung muss allerdings abgewogen werden: mit welchem Risiko bei Anwendung einer Hormonspirale ist zu rechnen, kommt eine andere wirksame Methode in Frage, wie groß ist das Risiko schwanger zu werden, welche gesundheitlichen Auswirkungen hätte eine mögliche Schwangerschaft? Erst wenn diese Fragen ausreichend beantwortet sind, ist eine Entscheidung für die beste Verhütungsmethode möglich.

Wenn eine oder mehrere der nachfolgend genannten Aspekte  zutreffen, sollte die Hormonspirale möglicherweise nicht angewendet werden:

  • bestehende oder vermutete Schwangerschaft
  • Veränderungen der Form der Gebärmutterhöhle, z.B. durch Myome, Septum oder zweigeteilte Gebärmutter
  • akute Infektion im inneren Genitalbereich
  • Zellveränderungen am Gebärmutterhals
  • bösartige Erkrankungen an der Gebärmutter
  • Brustkrebs
  • akute Lebererkrankung
  • Überempfindlichkeit gegen Levonorgestrel oder einen der sonstigen Bestandteile der Hormonspirale
  • Akne oder unreine Haut

Laut Hersteller sollte die Hormonspirale von Frauen, die an Migräne oder schweren Gefäßerkrankungen leiden nicht angewendet werden. Allerdings finden sich zu Migräne in der Fachliteratur andere Empfehlungen. So schreibt z.B. die anerkannte Empfehlung NICE aus England: „Methoden, die nur ein Progesteron enthalten, wie z.B. Mirena®, können von Frauen, die an Migräne mit oder ohne Aura leiden angewendet werden.“ Ferner können Frauen, deren Migräne durch die Menstruation ausgelöst wird, davon ausgehen, dass die Anfälle unter einer Hormonspirale seltener werden.